{"id":228,"date":"2016-01-02T18:24:46","date_gmt":"2016-01-02T17:24:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tkd-news.de\/?p=228"},"modified":"2016-01-18T11:50:43","modified_gmt":"2016-01-18T10:50:43","slug":"ein-verband-kommt-nicht-zur-ruhe-gastbeitrag-von-peter-bolz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tkd-news.de\/?p=228","title":{"rendered":"Ein Verband kommt nicht zur Ruhe &#8211; Gastbeitrag von Peter Bolz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es ist eine alte Tatsache, dass man sich nur dann eine eigene Meinung \u00fcber ein Thema bilden kann, wenn einem auch gen\u00fcgend wahrheitsgem\u00e4\u00dfe Informationen zur Verf\u00fcgung stehen. Was ziemlich banal klingt, hat in der Realit\u00e4t allerdings oft seine T\u00fccken, denn viele Mitmenschen nehmen es mit der Wahrheit nicht immer ganz genau.<\/strong> <!--more--><\/p>\n<p>Wenn es um die Darstellung eines Sachverhalts geht, dann kann es schon mal vorkommen, dass jemand die angebliche Wahrheit so darstellt, wie sie ihm vom gr\u00f6\u00dften Nutzen ist. Je nachdem, ob es vorteilhaft ist oder schadet, werden bestimmte Fakten nicht erw\u00e4hnt oder nur \u201egesch\u00f6nt\u201e erz\u00e4hlt. Es muss aber nicht immer b\u00f6se Absicht dahinter stecken, wenn am Ende die Unwahrheit die Runde macht. Manche Informationen bekommen schon alleine durch das st\u00e4ndige Weitererz\u00e4hlen eine ganz andere Bedeutung.<\/p>\n<h5>Wem kann man noch glauben?<\/h5>\n<p>Wenn jemand auf das gro\u00dfe Geld hofft oder der angekratzte Ruf verteidigt werden muss, wird die Wahrheit oft mit F\u00fc\u00dfen getreten. Immer dann, wenn finanzielle Interessen im Spiel sind, wird von den beteiligten Personen ganz oft getrickst und get\u00e4uscht. F\u00fcr Au\u00dfenstehende ist es dann oft sehr schwer, zwischen L\u00fcge und Wahrheit zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Polizeibeamte und Gerichte wissen nat\u00fcrlich aus Erfahrung, dass Ganoven und Betr\u00fcger die Schuld immer weit von sich weisen. Um ihnen aber trotzdem auf die Schliche zu kommen, werden ihre Angaben, die sie in den Vernehmungen gemacht haben, immer mit den vorliegenden Beweisen abgeglichen. Und genau so muss man vorgehen, wenn man sich nicht mit L\u00fcgen und Halbwahrheiten abspeisen lassen will.<\/p>\n<p>Jetzt sollte sich nat\u00fcrlich auch jeder die Frage stellen, ob man mir als Verfasser dieses Artikels vertrauen kann. Die Antwort ist <span style=\"text-decoration: underline;\">nein<\/span>, auch bei mir ist blindes Vertrauen nicht angebracht. Ich kann zwar behaupten, dass mich als bayerischer Pressereferent kein anderer Funktion\u00e4rsposten interessiert, dass ich keine einzige Lizenz besitze und keinen lukrativen Posten anstrebe. Die Frage ist nur, stimmt das auch?<\/p>\n<p>Um der Antwort auf diese Frage aus dem Weg zu gehen, werde ich die Zusammenh\u00e4nge so neutral wie m\u00f6glich aufzeigen. Trotzdem ist jeder gefordert, sich auch \u2013 sofern das m\u00f6glich ist \u2013 anderweitig zu informieren, um sich sein eigenes Bild von der derzeit desolaten Situation innerhalb der DTU zumachen.<\/p>\n<h5>Soo-Nam Park will WTF-Pr\u00e4sident werden<\/h5>\n<p>Wenn man die Zusammenh\u00e4nge in einem etwas komplexeren Sachverhalt sinnvoll darstellen will, muss man den ber\u00fchmten roten Faden am Anfang aufnehmen. Wenn es um das Dilemma der DTU geht, muss man deshalb die Uhr auf das Jahr 2008 zur\u00fcckdrehen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2008 hatte Soo-Nam Park \u00fcberhaupt nichts mit der DTU zu tun. Er war damals Vizepr\u00e4sident des Weltverbandes (WTF) und wollte im Jahr 2009 f\u00fcr das Amt des WTF-Pr\u00e4sidenten kandidieren. Schon alleine die \u00f6ffentlich angek\u00fcndigte Kandidatur versetzte die Taekwondowelt in helle Aufregung. Viele sahen darin eine Chance, dass sich der Weltverband endlich von S\u00fcdkorea abkoppelt.<\/p>\n<h5>Soo-Nam Park wird DTU-Vizepr\u00e4sident<\/h5>\n<p>Wer f\u00fcr das Amt des WTF-Pr\u00e4sidenten kandidieren will, muss einige H\u00fcrden \u00fcberwinden. Eine davon bedeutet, dass man Mitglied des nationalen Verbandes sein muss. Aus diesem Grund bewarb sich Soo-Nam Park im Jahr 2008 bei der DTU f\u00fcr das Amt des Vizepr\u00e4sidenten Technik.<\/p>\n<p>Heinz Gruber, der damalige DTU-Pr\u00e4sident, war zu dieser Zeit Vizepr\u00e4sident bei der ETU und Exco-Mitglied beim Weltverband WTF. Da die Kandidatur von Soo-Nam Park vom europ\u00e4ischen Verband gerne gesehen wurde, unterst\u00fctzte auch Heinz Gruber die Bewerbung von Soo-Nam Park als DTU-Vizepr\u00e4sident. Zusammen mit den Stimmen der Landesverb\u00e4nde wurde Soo-Nam Park zum deutschen Vizepr\u00e4sident Technik gew\u00e4hlt. Damit verlor zun\u00e4chst Roland Klein, der bis dahin amtierende Vizepr\u00e4sident Technik sein Amt.<\/p>\n<p>Zum Erstaunen vieler zog Soo-Nam Park ungef\u00e4hr ein halbes Jahr sp\u00e4ter seine Kandidatur f\u00fcr die Wahl zum WTF-Pr\u00e4sidenten zur\u00fcck. F\u00fcr ihn ging Dr. Nat Indrapana aus Thailand als Kandidat ins Rennen. Er verlor auf Grund der recht eigent\u00fcmlichen Wahlbedingungen relativ deutlich.<\/p>\n<p>Die Folge aus dieser ganzen Prozedur war letzten Endes, dass Soo-Nam Park auf dem internationalen Parkett als nicht mehr \u201ehoff\u00e4hig\u201c angesehen wurde und dass Heinz Gruber nicht mehr zum Exco-Mitglied der WTF gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<h5>Angespannte Beziehungen mit der WTF<\/h5>\n<p>In Korea hat man nat\u00fcrlich mitbekommen, dass die Kandidatur von Soo-Nam Park nur durch die aktive Unterst\u00fctzung in Deutschland m\u00f6glich war. Dementsprechend angespannt war auch die Beziehung zwischen Deutschland und Korea. Der damalige DTU-Pr\u00e4sident Heinz Gruber versuchte mit seinen Mitteln, mit den Koreanern wieder ein gutes Verh\u00e4ltnis aufzubauen.<\/p>\n<p>Im Nachhinein betrachtet d\u00fcrfte aber nicht nur der doch recht intensiv wirkende Aufbau eines neuen Vertrauensverh\u00e4ltnisses mit der WTF der Grund daf\u00fcr gewesen sein, dass Heinz Gruber in Deutschland nicht mehr bei allen Landespr\u00e4sidenten hoch im Kurs stand. Auch einige von ihm getroffene Entscheidungen fanden nicht die Zustimmung der L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Nach den Olympischen Spielen 2012 standen bei der DTU wieder Neuwahlen an. Bereits einige Monate vor den Neuwahlen entbrannte \u2013 sozusagen unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit &#8211; zwischen zwei Pr\u00e4sidiumsmitgliedern ein Streit, der nicht mehr beigelegt werden konnte. Da die Hintergr\u00fcnde dieses Konflikts f\u00fcr die Entwicklung nicht von Bedeutung waren, soll hier nicht n\u00e4her darauf eingegangen werden. Allerdings, und das ist von Bedeutung, wollte Heinz Gruber zu keinem der beiden eine Position beziehen \u2013 was sich letztendlich f\u00fcr ihn nachteilig auswirken sollte.<\/p>\n<h5>Soo-Nam Park wird zum DTU-Pr\u00e4sident gew\u00e4hlt<\/h5>\n<p>Genau zu dieser Zeit gaben sowohl Soo-Nam Park als auch der ehemalige Sportdirektor Udo Wilke \u00f6ffentlich ihre Kandidatur f\u00fcr das Amt des DTU-Pr\u00e4sidenten bekannt. Es soll hier nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass sich der Verfasser dieses Artikels daf\u00fcr eingesetzt hat, dass sich Soo-Nam Park als Bewerber f\u00fcr dieses Amt zur Verf\u00fcgung stellte.<\/p>\n<p>Nach zehn Jahren als DTU-Pr\u00e4sident stand Heinz Gruber logischerweise nicht mehr mit einer bl\u00fctenwei\u00dfen Weste da. Viele Landespr\u00e4sidenten und auch einige Pr\u00e4sidiumsmitglieder konnten sich deshalb mit dem Gedanken anfreunden, einem neuen DTU-Pr\u00e4sident ihr Vertrauen zu schenken.<\/p>\n<p>Bei den Neuwahlen am 20. Oktober 2012 bekam Soo-Nam Park von den Delegierten mit 33 Stimmen gleich im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit und l\u00f6ste damit Heinz Gruber, der nur 17 Stimmen bekam, als DTU-Pr\u00e4sident ab. Udo Wilke bekam \u00fcbrigens die restlichen 3 Stimmen.<\/p>\n<h5>Streit in der ersten Sitzung<\/h5>\n<p>Die Euphorie der ersten Stunde hielt aber nicht sehr lange an. Dem Vernehmen nach soll es bereits bei der ersten Pr\u00e4sidiumssitzung zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen sein. Wie zu h\u00f6ren war, ging es zun\u00e4chst darum, dass sich Soo-Nam Park zu intensiv in den Bereich Wettkampf einmischte und dort einige \u00c4nderungen ohne vorherige Absprache mit dem zust\u00e4ndigen Vizepr\u00e4sident Musa Cicek durchf\u00fchren wollte. Unter anderem holte er, ebenfalls ohne Absprache, auch einen Koreaner als zus\u00e4tzlichen Assistenz-Bundestrainer nach Deutschland.<\/p>\n<p>Die Diskrepanzen konnten innerhalb des Pr\u00e4sidiums nicht gel\u00f6st werden. Auch Vermittlungsversuche, die von einigen Landespr\u00e4sidenten initiiert wurden, blieben erfolglos. Immer wieder war von einer Suspendierung des Pr\u00e4sidenten die Rede. Im September 2013 konnte eine Suspendierung nur durch das vehemente Einschreiten der zwei gro\u00dfen Landesverb\u00e4nde verhindert werden.<\/p>\n<h5>Eine kuriose \u201eGemeinsame Erkl\u00e4rung\u201c<\/h5>\n<p>Der \u201eFrieden\u201c hielt aber trotz allem nicht sehr lange an. Die Streitereien untereinander f\u00fchrten dazu, dass die Mitglieder des Pr\u00e4sidiums im September 2014 eine recht kuriose Vereinbarung ausarbeiteten.<\/p>\n<p>In einer so genannten \u201eGemeinsamen Erkl\u00e4rung\u201c vereinbarten die f\u00fcnf Pr\u00e4sidiumsmitglieder, dass die interne Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung des Verbandes ab sofort von Vizepr\u00e4sident Musa Cicek \u00fcbernommen wird. Unter Punkt drei wurde in dieser Erkl\u00e4rung dar\u00fcber hinaus auch noch schriftlich festgehalten: \u201eIm Falle der Nichteinhaltung erfolgt die Suspendierung.\u201c Die obskure \u201eGemeinsame Erkl\u00e4rung\u201c wurde von allen f\u00fcnf Mitgliedern mit Unterschrift und dar\u00fcber hinaus auch noch per Handschlag besiegelt.<\/p>\n<p>Wenn man den Inhalt dieser &#8222;Gemeinsamen Erkl\u00e4rung&#8220; auf den Punkt bringen will, dann hat Park-Soo-Nam per Handschlag auf sein Amt als Pr\u00e4sident zumindest teilweise verzichtet und die \u00fcblichen Amtsgesch\u00e4fte eines Pr\u00e4sidenten an Musa Cicek \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Trotz dem selbst auferlegten Versprechen, nichts von diesen geheim getroffenen Vereinbarungen nach au\u00dfen zu tragen, blieb dieses \u201eGeheimnis\u201c nicht allen verborgen. Es gab nat\u00fcrlich Ger\u00fcchte. Vermutlich weil es den Anschein hatte, als w\u00fcrde das Ganze funktionieren, kam aus den Reihen der Landesverb\u00e4nde kein Veto gegen diese interne \u201eNeuwahl\u201c.<\/p>\n<h5>Anschuldigungen im Rechenschaftsbericht<\/h5>\n<p>Bis Februar 2015 kam es im Pr\u00e4sidium zwar immer wieder zu kleineren Reibereien, die aber im Sinne der getroffenen Vereinbarung gekl\u00e4rt werden konnten. Als aber die Rechenschaftsberichte f\u00fcr die im M\u00e4rz 2015 angesetzte Mitgliederversammlung verschickt wurde, war es mit der selbst verordneten Ruhe wieder vorbei. Vollkommen grundlos erhob Soo-Nam Park in seinem Rechenschaftsbericht ganz massive Vorw\u00fcrfe gegen Gerd Kohlhofer, dem Vizepr\u00e4sidenten Wirtschaft und Finanzen.<\/p>\n<p>Weshalb sich Soo-Nam Park zu einem derartigen Unsinn hinrei\u00dfen lie\u00df, blieb bis heute ungekl\u00e4rt. Auf Grund seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Funktion\u00e4r wusste er aber ganz genau, dass seine Vorw\u00fcrfe bei einer \u00dcberpr\u00fcfung in sich zusammenfallen w\u00fcrden &#8211; was dann auch tats\u00e4chlich der Fall war.<\/p>\n<h5>Fragenkatalog der Landesverb\u00e4nde<\/h5>\n<p>Nachdem sich bei den Landesverb\u00e4nden durch st\u00e4ndig kursierende Ger\u00fcchte etliche unbeantwortete Fragen zu den unterschiedlichsten Themen angesammelt hatten, wurde von den Landesverb\u00e4nden beschlossen, alle offenen Fragen in einem Fragenkatalog zu sammeln. Am Ende waren es 17 Fragen, die w\u00e4hrend dieser Mitgliederversammlung im M\u00e4rz im Rahmen einer Aussprache vom Pr\u00e4sidium beantwortet werden sollten. Eine der Fragen bezog sich \u00fcbrigens auf die \u201eGemeinsame Erkl\u00e4rung\u201c.<\/p>\n<h5>Mitgliederversammlung im M\u00e4rz 2015<\/h5>\n<p>Am letzten Wochenende im M\u00e4rz dieses Jahres wurde in Kassel eine auf zwei Tage angesetzte Mitgliederversammlung der DTU abgehalten. Das zentrale Thema, das am ersten Tag behandelt werden sollte, war die Verabschiedung einer neuen Satzung.<\/p>\n<h5>Druck von der ETU<\/h5>\n<p>Von der Europ\u00e4ischen Taekwondo Union (ETU) wurde Deutschland mit Nachdruck aufgefordert, unverz\u00fcglich eine neue Satzung auszuarbeiten. Eine weitere Vorgabe war, dass die neue Satzung an die Satzung der ETU angepasst sein muss. F\u00fcr den Fall der Weigerung wurde damit gedroht, dass unsere Sportler nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen d\u00fcrften.<\/p>\n<p>Als damaliger Council-Member der ETU stellte sich Antonio Barbarino, Pr\u00e4sident der Nordrhein-Westf\u00e4lischen Taekwondo Union (NWTU), als so etwas wie ein Vermittler zwischen der ETU und Deutschland zu Verf\u00fcgung. Auch er best\u00e4tigte mehrfach, dass es der ETU vor allem darum ging, dass die neue Satzung der DTU vom Inhalt her der Satzung des europ\u00e4ischen Verbandes angepasst werden sollte.<\/p>\n<h5>Nur eine Stimme f\u00fcr jeden Landesverband?<\/h5>\n<p>Daraufhin wurde dann von einer Satzungskommission eine neue Satzung erarbeitet. Diese wurde am ersten Tag der Versammlung von Klaus Ermler, dem Referent f\u00fcr Ordnungs- und Verfahrensfragen, Punkt f\u00fcr Punkt vorgelesen, besprochen und verabschiedet.<\/p>\n<p>Als es dann um die Verteilung des Stimmrechts ging, kam vom hessischen Landespr\u00e4sident Dr. Ulrich Hensgen der Vorschlag, dass man das Stimmrecht nicht mehr nach der Anzahl der gemeldeten Vereine vergeben sollte. Jeder Landesverband sollte nur eine Stimme haben. Auch bei der ETU und beim Weltverband h\u00e4tte jede Nation nur eine Stimme.<\/p>\n<p>Die kleinen Landesverb\u00e4nde, die sowieso nur eine Stimme hatten, waren mit diesem Vorschlag nat\u00fcrlich sofort einverstanden. Aber auch die gr\u00f6\u00dferen Verb\u00e4nde waren am Ende damit einverstanden, sich auch in diesem Punkt der Satzung des europ\u00e4ischen Verbandes anzupassen. Das neue Stimmrecht wurde mit 19 Ja-Stimmen und 8 Enthaltungen beschlossen. Zur allgemeinen Verwunderung sprach sich kein Landesverband gegen den Vorschlag aus.<\/p>\n<h5>Der Pr\u00e4sident schweigt zu allen Vorw\u00fcrfen<\/h5>\n<p>Mit der Abarbeitung des Fragenkatalogs wurde am Ende des ersten Sitzungstags begonnen. Die Fragen wurden eine nach der anderen vorgelesen und vom jeweils zust\u00e4ndigen Vizepr\u00e4sidenten beantwortet. Von der Mitgliederversammlung wurde nat\u00fcrlich registriert, dass sich Soo-Nam Park an der Beantwortung der Fragen nicht beteiligte. Nachdem die Vizepr\u00e4sidenten jede Frage nachvollziehbar beantworten konnten, wurde die Fragestunde vorzeitig beendet.<\/p>\n<h5>Antrag auf au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung<\/h5>\n<p>Nach der Aussprache waren einige Landespr\u00e4sidenten ganz offensichtlich der Meinung, dass eine sinnvolle Zusammenarbeit innerhalb des Pr\u00e4sidiums einfach nicht mehr m\u00f6glich ist. Aus diesem Grund stellten sieben Landesverb\u00e4nde schriftlich den Antrag auf die Einberufung einer au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung, und zwar mit dem Ziel, Soo-Nam Park von seinem Amt als Pr\u00e4sident abzuberufen. Als kurze Begr\u00fcndung wurde angegeben, dass die Landesverb\u00e4nde das Vertrauen in den Pr\u00e4sidenten verloren h\u00e4tten. Die Mitgliederversammlung wurde anschlie\u00dfend beendet.<\/p>\n<h5>Der Pr\u00e4sident verweigert die Einladung<\/h5>\n<p>Laut der alten Satzung der Deutschen Taekwondo Union muss &#8211; die Betonung liegt hier beim W\u00f6rtchen \u201emuss\u201c! \u2013 eine Au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden, wenn mindestens ein Drittel der Landesverb\u00e4nde dies schriftlich unter der Angabe der Gr\u00fcnde beim Pr\u00e4sidium beantragt. Zu dieser au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung muss dann innerhalb von sechs Wochen eingeladen werden.<\/p>\n<p>Was nun folgte, widerspricht jeder Vernunft. Obwohl die Einladung &#8211; wie bereits erw\u00e4hnt &#8211; laut Satzung durch den Pr\u00e4sident erfolgen muss, teilte Soo-Nam Park den Landespr\u00e4sidenten nach dieser Versammlung schriftlich mit, dass er dem Antrag der Antragsteller nicht Folge leisten wird, da eine Abberufung des Pr\u00e4sidenten &#8211; ohne Angabe eines wichtigen Grundes &#8211; der DTU-Satzung widerspricht. Da der Antrag seiner Meinung nach deshalb missbr\u00e4uchlich gestellt wurde, werde er nicht zu dieser au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung einladen.<\/p>\n<h5>Vorbereitete Klage von der NWTU und TUBW<\/h5>\n<p>Unterst\u00fctzung bekam Soo-Nam Park auch noch von zwei Landesverb\u00e4nden. Zur allgemeinen \u00dcberraschung k\u00fcndigten die L\u00e4nder Nordrhein-Westfalen und Baden-W\u00fcrttemberg an, dass derzeit von ihnen eine Klage vorbereitet wird, um beim Amtsgericht die Nichtigkeit der beschlossenen Satzungs\u00e4nderungen feststellen zu lassen. Mit anderen Worten, die beiden Landesverb\u00e4nde wollten per Klage verhindern, dass die Satzung, die dem demokratischen Wunsch der Landesverb\u00e4nde entsprach, in das Vereinsregister eingetragen wird. \u00dcber so ein Vorgehen sollte man sich mal eine Zeit lang seine Gedanken machen!<\/p>\n<h5>Satzung wird beim Amtsgericht nicht eingetragen<\/h5>\n<p>Die beiden Landesverb\u00e4nde konnten ihre Klage aber letzten Endes zur\u00fcckziehen, weil das Amtsgericht M\u00fcnchen die Eintragung der neuen Satzung ablehnte. Als Begr\u00fcndung wurde angef\u00fchrt, dass auf der Einladung zur Mitgliederversammlung auf der Tagesordnung nur der Punkt \u201eSatzungs\u00e4nderung\u201c aufgef\u00fchrt\u00a0 war. Und dies w\u00e4re nach Meinung des Amtsgerichts nicht ausreichend. Richtigerweise h\u00e4tte man zumindest die Paragraphen, die ge\u00e4ndert werden sollten oder zumindest eine stichwortartige Angabe machen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Soo-Nam Park kam die Nichteintragung der Satzung zum richtigen Zeitpunkt. Denn w\u00e4re es zum Eintrag der Satzung gekommen, h\u00e4tte das Pr\u00e4sidium die au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung einberufen k\u00f6nnen. Soo-Nam Park w\u00e4re anschlie\u00dfend \u2013 wegen der beschlossenen Ein-Stimmen-Regelung &#8211; von der Mehrheit der stimmberechtigten Landesverb\u00e4nde abgew\u00e4hlt worden.<\/p>\n<h5>Klage der sieben Landesverb\u00e4nde<\/h5>\n<p>Nachdem sich Soo-Nam Park weigerte, eine Einladung zur au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung zu verschicken, sahen sich die sieben Landesverb\u00e4nde in ihrem Recht verletzt und stellen \u00fcber einen Rechtsanwalt beim Amtsgericht in M\u00fcnchen einen Antrag auf die Einberufung der von ihnen geforderten Mitgliederversammlung. Soo-Nam Park nahm sich ebenfalls einen Rechtsanwalt, der dem Amtsgericht ausf\u00fchrlich begr\u00fcndete, weshalb der Antrag der sieben Landesverb\u00e4nde abgelehnt werden m\u00fcsste.<\/p>\n<h5>Beschluss des Amtsgerichts M\u00fcnchen<\/h5>\n<p>Am 9. September, also nach fast sechs Monaten, in denen unz\u00e4hlige Schreiben hin und her geschickt wurden, erlie\u00df das Amtsgericht M\u00fcnchen den Beschluss, dass die sieben Landesverb\u00e4nde erm\u00e4chtigt werden, eine Mitgliederversammlung mit der Tagesordnung Abwahl des Pr\u00e4sidenten und Neuwahl des Pr\u00e4sidenten einzuberufen. Des Weiteren sollte eine Bewerbung f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt ausgeschrieben werden.<\/p>\n<p>Der Vorsitz f\u00fcr diese Mitgliederversammlung wurde an Klaus Ermler \u00fcbertragen. Es wurde festgelegt, dass die au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung am 21. November in Hamburg stattfinden soll.<\/p>\n<p>Letzten Endes, und das muss man noch einmal mit aller Deutlichkeit festhalten, wurde von einem der h\u00f6chsten Gerichte festgestellt, dass Soo-Nam Park als Pr\u00e4sident den Landesverb\u00e4nden ihre in der Satzung festgelegten Rechte bewusst und vors\u00e4tzlich verweigert hat. Eigentlich k\u00f6nnte man jetzt meinen, dass nun alle Landesverb\u00e4nde geschlossen gegen Soo-Nam Park vorgehen w\u00fcrden. Dies war aber, wie sich bald zeigte, nicht der Fall. \u00dcber die Gr\u00fcnde kann man nur spekulieren.<\/p>\n<h5>Privatmann Soo-Nam Park erh\u00e4lt Kukkiwon-Vertrag<\/h5>\n<p>In den sechs Monaten, die das Amtsgericht wegen des st\u00e4ndigen Schriftverkehrs f\u00fcr seine Entscheidung ben\u00f6tigte, wurde dann bekannt, dass Pr\u00e4sident Park bereits im Februar 2015 als Privatperson mit der koreanischen Regierungsbeh\u00f6rde Kukkiwon einen Vertrag als alleiniger Verk\u00e4ufer der Danurkunden in Deutschland ausgehandelt hat.<\/p>\n<p>Ganz offensichtlich wurde von der Kukkiwon-Beh\u00f6rde beschlossen, die weltweite Vermarktung der Danurkunden zu \u00fcbernehmen und in einzelnen L\u00e4ndern ihre Niederlassungen zu errichten. Eine dieser Niederlassungen sollte in Deutschland aufgebaut werden.<\/p>\n<h5>Gr\u00fcndung des Vereins \u201eKukkiwon Germany\u201c<\/h5>\n<p>Am 22. April 2015 gr\u00fcndet die Privatperson Soo-Nam Park den Verein \u201eKukkiwon Germany\u201c und lie\u00df diesen unter der VR 721751 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Stuttgart eintragen.<\/p>\n<p>Zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern geh\u00f6rten neben Soo-Nam Park auch die TUBW-Pressereferentin Sybille Maier sowie TUBW-Pr\u00e4sident Wolfang Br\u00fcckel. DTU-Pr\u00e4sident Park wird zum Vorsitzenden des Vereins \u201eKukkiwon Germany\u201c gew\u00e4hlt.<\/p>\n<h5>Lukrative Kukkiwon-Pr\u00fcferlizenzen?<\/h5>\n<p>Da f\u00fcr die weltweite \u00dcbernahme der Danpr\u00fcfungen von der Kukkiwon-Beh\u00f6rde auch Pr\u00fcfer ausgebildet werden sollten, reisten ungef\u00e4hr zehn hoch graduierte Taekwondosportler nach S\u00fcdkorea und nahmen dort an einer Pr\u00fcferausbildung teil.<\/p>\n<p>Zu den neu lizenzierten Kukkiwon-Pr\u00fcfern, die an einem mehrt\u00e4gigen Lehrgang teilnahmen, geh\u00f6rte neben dem amtierenden DTU-Vizepr\u00e4sident Michael Bu\u00dfmann auch DTU-Ehrenpr\u00e4sident Heinz Gruber sowie mehrere amtierende Landespr\u00e4sidenten wie Wolfgang Br\u00fcckel (Baden-W\u00fcrttemberg), Dr. Jens Uwe Heiden (Mecklenburg-Vorpommern) und G\u00fcnther Ixmann (Berlin-Brandenburg).<\/p>\n<p>Der Erwerb einer Kukkiwon-Pr\u00fcferlizenz soll hier nicht als ehrenr\u00fchrig angeprangert werden. Erw\u00e4hnenswert wird das Ganze allerdings dann, wenn die zuk\u00fcnftigen \u201eGesch\u00e4ftspartner\u201c in Entscheidungen eingebunden werden, die in einem wie auch immer gearteten Zusammenhang mit dem DTU-Pr\u00e4sident und Kukkiwon-Germany-Vorsitzenden Soo-Nam Park stehen. Dem \u00e4u\u00dferen Anschein nach spricht vieles daf\u00fcr, dass das Prinzip des mittlerweile in die Schlagzeilen geratenen FIFA-Pr\u00e4sident Josef Blatter angewandt und auch bei der DTU kr\u00e4ftig \u201egeblattert\u201c wurde.<\/p>\n<h5>DTU-Pr\u00e4sident fordert Neuwahlen<\/h5>\n<p>Nach dem \u00fcberaus deutlichen Beschluss des Amtsgerichts M\u00fcnchen fordert DTU-Pr\u00e4sident Park am 17. September bei den Landespr\u00e4sidenten die Durchf\u00fchrung von Neuwahlen an. Dieses Ansinnen wird von zumindest drei der vier Vizepr\u00e4sidenten abgelehnt, da der Antrag der Landesverb\u00e4nde nicht gegen sie gerichtet wurde. Au\u00dferdem w\u00e4ren es nicht sie gewesen, die beim Amtsgericht M\u00fcnchen den Rechtsstreit verloren h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Am 24. September lie\u00df Soo-Nam Park \u00fcber seinen Rechtsanwalt Dr. Lehner beim Oberlandesgericht M\u00fcnchen eine Beschwerde gegen den Beschluss des Amtsgerichts M\u00fcnchen einreichen. Die Beschwerde wurde am 29. Oktober\u00a0 vom Gericht in nahezu allen Punkten mit sehr deutlichen Worten abgelehnt.<\/p>\n<h5>Antrag auf Neuwahlen durch sechs Landesverb\u00e4nde<\/h5>\n<p>Am 5. Oktober, also vier Tage nach der offiziellen Einladung, stellten sechs Landesverb\u00e4nde beim DTU-Pr\u00e4sident den Antrag auf Abberufung des Gesamtpr\u00e4sidiums und anschlie\u00dfende Neuwahlen. Die Antr\u00e4ge wurden von den Pr\u00e4sidenten der folgenden Landesverb\u00e4nde gestellt:<\/p>\n<p>NWTU (Antonio Barbarino) \u2013 4 Stimmen<br \/>\nTUBW (Wolfgang Br\u00fcckel) \u2013 4 Stimmen<br \/>\nTURP (Horst Sperling) \u2013 2 Stimmen<br \/>\nTVBB (G\u00fcnter Ixmann) \u2013 1 Stimme<br \/>\nTUMV (Dr. Jens-Uwe Heiden) \u2013 1 Stimme<br \/>\nTUSW (Peter Mauser) \u2013 1 Stimme<\/p>\n<p>Zusammen mit seiner Stimme als Pr\u00e4sident und der halben Stimme von Vizepr\u00e4sident Michael Bu\u00dfmann konnte man sich das Ergebnis der Wahl schon im Vorfeld zusammenrechnen.<\/p>\n<p>Mit dem ausdr\u00fccklichen Hinweis auf den ehemaligen FIFA-Pr\u00e4sident Josef Blatter sollte man sich vor Augen f\u00fchren, dass sich unter den sechs Antragstellern mit Wolfgang Br\u00fcckel, G\u00fcnter Ixmann und Dr. Jens-Uwe Heiden gleich drei Landespr\u00e4sidenten mit einer neu erworbenen Kukkiwon-Pr\u00fcferlizenz befanden. Auch Kai M\u00fcller (Hessen) und Michael Bu\u00dfmann geh\u00f6ren zum Kreis der Kukkiwon-Lizenzinhaber. Auch die ETU will in den Handel und Verkauf dieser Kukkiwon-Danurkunden einsteigen. Antonio Barbarino ist mittlerweile der Schatzmeister der ETU.<\/p>\n<p>Die Schar der Kukkiwon-Anh\u00e4nger ist innerhalb k\u00fcrzester Zeit immens angewachsen. Gerade und vor allem deshalb sind die Vereinsvertreter gefordert, sich intensiv die Frage zu stellen, ob ihr Pr\u00e4sident tats\u00e4chlich ihre Interessen nach au\u00dfen vertritt\u00a0 oder vielleicht seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt.<\/p>\n<p>Auf Grund des Antrages auf Neuwahlen sahen sich Pr\u00e4sident Soo-Nam Park und DTU-Vizepr\u00e4sident und mittlerweile auch Kukkiwon-Pr\u00fcfer Michael Bu\u00dfmann dazu veranlasst, eine eigene Einladung zu verschicken. Von ihnen wurde die vom Gericht vorgeschriebene Tagesordnung mit dem Punkt Abwahl und Neuwahl des Gesamtpr\u00e4sidiums erweitert.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich war auch Soo-Nam Park bekannt, dass er auf Grund der gerichtlichen Entscheidung eigentlich kein Recht dazu hatte, so eine Einladung zu verschicken. Deshalb kann man unterstellen, dass er damit eigentlich nur zum Ausdruck bringen wollte, dass er die Stimmenmehrheit auf seiner Seite hatte.<\/p>\n<h5>Au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung in Hamburg<\/h5>\n<p>Am 21. November trafen sich die Pr\u00e4sidenten der 17 Landesverb\u00e4nde zur au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung im Hamburger \u201eHaus des Sports\u201c. Es war aber nicht so sehr die Wahl, die f\u00fcr \u00dcberraschungen sorgte, sondern das Auftreten und die Statements von einigen Landespr\u00e4sidenten.<\/p>\n<h5>Die \u201eGeistervereine\u201c der TUBW<\/h5>\n<p>Bei der au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung musste Klaus Ermler als Versammlungsleiter zun\u00e4chst die Frage kl\u00e4ren, wie viele Vereine tats\u00e4chlich beim Landesverband TUBW gemeldet sind. Laut Eintrag in der DTU-Datenbank sollte es sich um 152 Vereine handeln. Demzufolge h\u00e4tte die TUBW \u00fcber drei Stimmen verf\u00fcgen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Landespr\u00e4sident Wolfgang Br\u00fcckel bestand aber darauf, dass die TUBW insgesamt 172 Vereine angemeldet hat. Dass bei zwanzig Vereinen kein einziges Mitglied angemeldet wurde, w\u00e4re f\u00fcr die Berechnung der Stimmrechte ohne Bedeutung. Nur am Rande sei hier erw\u00e4hnt, dass die TUBW schon bei der Mitgliederversammlung im M\u00e4rz 2015 darauf bestand, dass ihr f\u00fcr die mitgliederlosen 20 Vereine eine Stimme mehr zustehen w\u00fcrde. Damals wurde abgestimmt; die Mehrheit der Landespr\u00e4sidenten sprach sich gegen die Zusatzstimme f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg aus.<\/p>\n<p>Als Klaus Ermler in Hamburg mitteilte, dass er die Zusatzstimme ebenfalls ablehnen w\u00fcrde, erkl\u00e4rte NWTU-Pr\u00e4sident Antonio Barbarino, dass er im Falle einer Ablehnung sofort eine Klage bei Gericht einreichen w\u00fcrde. Um weiteren juristische Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, wurde \u00fcber die Zusatzstimme abgestimmt. Die Abstimmung fiel zu Gunsten von Baden-W\u00fcrttemberg aus.<\/p>\n<p>Dass in Hamburg, also sieben Monate nach der letzten Mitgliederversammlung, pl\u00f6tzlich eine Mehrheit f\u00fcr die Zusatzstimme zusammen kam, sollte einem wirklich zu denken geben. Sieht so die Zukunft der Deutschen Taekwondo Union aus?<\/p>\n<h5>Delegierten-Karusell<\/h5>\n<p>Die \u201eGeistervereine\u201c aus dem L\u00e4ndle waren aber nicht die einzige Kuriosit\u00e4t bei dieser Versammlung. Erstaunlich war auch, dass sich die TUBW-Pressereferentin Sibylle Maier als Mitglied in Mecklenburg-Vorpommern anmeldete und in Hamburg als Delegierte f\u00fcr Mecklenburg-Vorpommern auftrat. Hat sie auch ihr Amt als Pressereferentin niedergelegt?<\/p>\n<p>Ebenfalls befremdlich war f\u00fcr viele, dass sich der Heidelberger Rechtsanwalt Tobias Ehmann beim TUSW als Mitglied anmeldete und ebenfalls als offizieller Delegierter f\u00fcr diesen Verband bei der Versammlung auftrat. Tobias Ehrmann arbeitet zusammen mit Rechtsanwalt Dr. Lehner in der gleichen Rechtsanwaltskanzlei. Und Dr. Lehner ist der Rechtsanwalt von Park Soo-Nam.<\/p>\n<p>Mit dem Auftreten des Heidelberger Rechtsanwalts hatte eigentlich niemand gerechnet, denn drei Tage vor der Mitgliederversammlung in Hamburg fand eine Videokonferenz mit den beteiligten Rechtsanw\u00e4lten statt. Dabei wurde von den Rechtsanw\u00e4lten versichert, dass sie nicht nach Hamburg kommen w\u00fcrden. Ob man das Verhalten der Heidelberger Anwaltskanzlei als trickreich oder als besch\u00e4mend bewertet, muss jeder mit seinen eigenen moralischen Ma\u00dfst\u00e4ben bewerten.<\/p>\n<p>Nachdem bereits vor der eigentlichen Wahl deutlich wurde, dass die Landespr\u00e4sidenten in zwei Lager gespalten waren und sich deshalb ernsthafte Diskussionen er\u00fcbrigen w\u00fcrden, wurde \u00fcber den Antrag ohne weitere Wortmeldungen geheim abgestimmt. Der Antrag der sieben Landesverb\u00e4nde wurde erwartungsgem\u00e4\u00df mit 17,5 Stimmen abgelehnt, da sich nur 13,5 Stimmen f\u00fcr eine Abwahl aussprachen.<\/p>\n<h5>Neuer Antrag auf Abwahl der vier DTU-Vizepr\u00e4sidenten<\/h5>\n<p>Gleich nach der Best\u00e4tigung von Soo-Nam Park ergriff der NWTU-Pr\u00e4sident Antonio Barbarino das Wort und erkl\u00e4rte, dass es doch wohl sinnvoll w\u00e4re, wenn jetzt alle vier Vizepr\u00e4sidenten zur\u00fccktreten w\u00fcrden. Dann k\u00f6nnte man jetzt gleich auch diese Positionen neu w\u00e4hlen lassen. Dieser Antrag wurde abgelehnt.<\/p>\n<p>Mittlerweile haben die Pr\u00e4sidenten der bereits oben erw\u00e4hnten sechs Landesverb\u00e4nde einen neuen Antrag auf Einberufung einer au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung gestellt. Es erstaunt sicherlich niemanden, dass Soo-Nam Park diesen Antrag so schnell wie m\u00f6glich abarbeiten will. Aus diesem Grund hat er den Termin f\u00fcr diese au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung auf den 31. Januar 2016 festgelegt. Die Versammlung soll in Frankfurt stattfinden.<\/p>\n<h5>Antrag auf Abwahl des NWTU-Pr\u00e4sidenten Antrag auf Abwahl des NWTU-Pr\u00e4sidenten<\/h5>\n<p>Sind die Vereine diesem ganzen Treiben wirklich hilflos ausgeliefert? Offensichtlich nicht, denn nach der Mitgliederversammlung in Hamburg bekam NWTU-Pr\u00e4sident Antonio Barbarino den Unmut von der Basis ganz intensiv zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>\u00dcber vierzig (!) Vereine waren davon \u00fcberzeugt, dass Antonio Barbarino und zwei NWTU-Vizepr\u00e4sidenten gegen die Interessen der Vereine versto\u00dfen h\u00e4tten und beantragten deshalb die Abberufung von deren \u00c4mtern. Des Weiteren forderten die Vereine, dass die Einberufung dieser au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung bis sp\u00e4testens 23.01.2016 zu erfolgen hat.<\/p>\n<p>Die Vereine sind in einem Landesverband \u2013 auch in Nordrhein-Westfalen! &#8211; das h\u00f6chste Gremium. Das sind nun mal die demokratischen Spielregeln, die in einer Satzung festgelegt sind. Aus diesem Grund bleibt dem gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidium oder Gesamtvorstand eigentlich keine andere Wahl, als diesem Begehren nachzukommen und sich der Kritik von der Basis zu stellen.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnt werden sollte in diesem Zusammenhang nat\u00fcrlich auch, dass sich DTU-Vizepr\u00e4sident Musa Cicek als Kandidat f\u00fcr den Posten des NWTU-Pr\u00e4sidenten aufstellen lie\u00df. Mit anderen Worten, wenn Antonio Barbarino abgew\u00e4hlt wird, kann man damit rechnen, dass Musa Cicek zum neuen Pr\u00e4sident der NWTU gew\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr Antonio Barbarino &#8211; und vor allem f\u00fcr Soo-Nam Park \u2013 kam dieser Antrag von den Vereinen zu einem denkbar ung\u00fcnstigen Zeitpunkt. Da die au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung in der NWTU einen Monat vor der bereits auf den 21. Februar 2016 festgelegten DTU-Versammlung stattfinden sollte, bestand die Gefahr, dass Musa Cicek als neuer NWTU-Pr\u00e4sident auftauchen k\u00f6nnte \u2013 und damit vier Stimmen f\u00fcr die Abwahl der vier Vizepr\u00e4sidenten fehlen w\u00fcrden.<\/p>\n<h5>Eine etwas andere Demokratie<\/h5>\n<p>Um das zu verhindern, machte Antonio Barbarino einfach den gleichen Winkelzug, den auch schon Soo-Nam Park praktiziert hat. Am 18. Dezember 2015 teilte er den Vereinen schriftlich mit, dass die Antr\u00e4ge der Vereine nicht die Voraussetzungen nach dem B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch entsprechen w\u00fcrden. Aus diesem Grund k\u00f6nne er den Antr\u00e4gen der Vereine auf Einberufung einer au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung nicht nachkommen.<\/p>\n<p>Allen Ernstes versicherte er den Vereinen, dass er deren Anliegen sehr ernst nehmen w\u00fcrde und sich \u2013 und jetzt wird es wirklich dreist &#8211; nicht hinter juristischen Spitzfindigkeiten verstecken m\u00f6chte. Aus diesem Grund machte er den Vereinen das Angebot machen, dass der NWTU-Verband eine au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung einberufen will \u2013 allerdings erst im M\u00e4rz 2016! Viel dreister geht es jetzt wohl wirklich nicht mehr.<\/p>\n<h5>Gegenkandidat am Pranger<\/h5>\n<p>In einem Schreiben, das an alle NWTU-Vereine verschickt wurde, teilten die Mitglieder des NWTU-Pr\u00e4sidiums nochmals mit, dass sie am 11. Januar 2016 in Duisburg einen Infotag veranstalten w\u00fcrden, um dort an diesem Sonntagabend von 18 bis ca. 21 Uhr f\u00fcr Aufkl\u00e4rung zu sorgen.<\/p>\n<p>Danach erl\u00e4uterte das Pr\u00e4sidium den Vereinen zwei Seiten lang, dass es bei dem Dilemma in Nordrhein-Westfalen eigentlich nur um die Person von Musa Cicek gehen w\u00fcrde, der Pr\u00e4sident der DTU werden m\u00f6chte. Nat\u00fcrlich h\u00e4tte die NWTU im Prinzip stolz darauf sein k\u00f6nnen, wenn eine Person aus Nordrhein-Westfalen aussichtsreiche Chancen auf ein solches Amt hat. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte h\u00e4tten aber gezeigt, dass die Person Musa Cicek immer wieder f\u00fcr Probleme innerhalb der NWTU gesorgt h\u00e4tte.<\/p>\n<h5>Gr\u00fcndung der Webseite www.tkd-news.de<\/h5>\n<p>Es waren dann wohl genau diese zwei Seiten mit vielen Halbwahrheiten und Unterstellungen, die einige Personen aus der NWTU ganz geh\u00f6rig gegen den Strich gingen. Die Folge war, dass aus diesem Personenkreis heraus die Webseite \u201ewww.tkd-news.de\u201c gegr\u00fcndet wurde, um zu verhindern, dass die Mitglieder der NWTU und dar\u00fcber hinaus nur einseitig informiert werden.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Feind aller Intrigen, Kungeleien und sonstigen Machenschaften ist und bleibt die Transparenz. Dabei ist es egal, ob es um Politik oder um den Taekwondosport geht. Auch beim Taekwondo hat man mittlerweile das Gef\u00fchl, dass unser Sport immer mehr zu einem Ramschladen verkommt. Von allen Seiten will man den Sportlern mit unsinnigen Lizenzen und nutzlosen Karten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Strippenzieher dieser Gesch\u00e4fte tun nat\u00fcrlich alles, um m\u00f6glichst lange an der Macht zu bleiben. Transparenz in Form einer kritischen Webseite wird von ihnen deshalb nicht gerne gesehen.<\/p>\n<h5>ETU als politischer Handlanger?<\/h5>\n<p>Nahezu zeitgleich mit den Antr\u00e4gen auf die Einberufung einer au\u00dferordentlichen Mitgliederversammlung wurde Musa Cicek &#8211; also der Gegenkandidat von NWTU-Pr\u00e4sident und ETU-Schatzmeister Antonio Barbarino &#8211; von der ETU schriftlich dar\u00fcber informiert, dass die ETU gegen ihn ein Verfahren eingeleitet h\u00e4tte. Was ihm vorgeworfen wird, wurde in diesem Schreiben nicht erw\u00e4hnt. Angeblich, so war aus informierten Kreisen zu erfahren, w\u00e4re der ETU zu Ohren gekommen, dass Musa Cicek die ETU-F\u00fchrung mit Korruption oder \u00e4hnlichem in Verbindung gebracht h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Soll da auf infame Weise unter der Mithilfe der ETU ein Gegenkandidat an den Pranger gestellt werden? Man k\u00f6nnte es annehmen, denn auch als es um die Ausarbeitung einer neuen DTU-Satzung ging, stand die ETU mit drohenden Schreiben parat. Ist es nicht erstaunlich, dass sich die ETU kein einziges Mal nach der Satzung informierte, nachdem diese von der NWTU \u2013 also von Antonio Barbarino \u2013 abgelehnt wurde?<\/p>\n<p>Die ETU sollte aufpassen, dass sie nicht zum Handlanger degradiert wird!<\/p>\n<pre><em>Anmerkung der Redaktion: Gastbeitr\u00e4ge geben die Meinung des jeweiligen Verfassers wieder und nicht die Meinung der Redaktion.<\/em><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine alte Tatsache, dass man sich nur dann eine eigene Meinung \u00fcber ein Thema bilden kann, wenn einem auch gen\u00fcgend wahrheitsgem\u00e4\u00dfe Informationen zur Verf\u00fcgung stehen. 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